Über 50: Anti-Aging-Programm Gehirn
Geht es Ihnen auch so:
- Was Sie vor einer halben Stunde noch gedacht haben, ist Ihnen entfallen.
- Was Sie heute alles tun wollten, wussten Sie am Vormittag schon noch, am Nachmittag war die Hälfte vergessen.
- Sie gehen Einkaufen, überlegen sich vorher alles genau, kaufen ein - und stellen zuhause fest: Da fehlt ja die Hälfte. Adressen, Telefonnummern, Geburtstage, so langsam aber sicher schwinden diese Daten aus Ihrem Gedächtnis.
Fazit: Das Gedächtnis lässt nach, unser Gehirn altert. Da ist ein Anti-Aging-Programm fürs Gehirn angebracht. Ihr Gesundheitsclub hat es, Prof. Bankhofer hat für Sie zusammengetragen, wie Sie Ihrem Gehirn auf natürliche und gesunde Weise auf die Sprünge helfen können.
Angeblich beginnt der Abbau der Gehirnleistung etwa ab Mitte 50. Streng medizinisch gesehen ist da viel dran. Aber das hilft uns nichts, denn wir müssen ja weit über die Mitte der 50er Jahre hinaus geistig fit bleiben. Der allerwichtigste Grund: Wir müssen bis 65/67 das Berufsleben bewältigen, wir müssen unsere Arbeit schaffen. Wir wollen aktiv am Leben teilnehmen. Und das auch noch mit 60, mit 70 und mit über 80. Die verbesserte medizinische Betreuung, der Siegeszug der Hygiene, der sinkende körperliche Verschleiss durch schwere Arbeit - das alles lässt uns immer älter werden. Aber was haben wir davon, wenn wir körperlich und gesundheitlich topfit sind - und geistig auf den Stand eines Kindes zurückfallen? Es geht anders. Mit Anti-Aging fürs Gehirn.
A. Mentales Training für Ihr Gehirn
- Ob Skat, Bridge, Doppelkopf, Schafkopf oder Romme´- Kartenspiele sind ein ideales Gehirntraining.
- Spielen Sie Erinnerungsspiele wie "Memory".
- Versuchen Sie, sich neue Telefonnummern im Gedächtnis einzuprägen, statt sie sich nur aufzuschreiben.
- Spielen Sie zweimal in der Woche "scrabble", das schult Ihr Gedächtnis und erweitert Ihren Wortschatz.
- Lernen Sie jeden Morgen den Vers eines Gedichtes, wiederholen Sie ihn am Abend, bis Sie das ganze Gedicht beherrschen. Wenn Sie es nach einer Woche immer noch können, dann hat Ihr Gedächtnis es gespeichert.
- Lesen Sie Zeitungen und Bücher.
- Egal, was Sie gelernt haben - Sie müssen es immer wieder wiederholen.
- Versuchen Sie, mit drei Bällen zu jonglieren. Das fördert die Konzentration und - so merkwürdig das auch klingt - es lässt Gehirnzellen nachwachsen.
Besonders der letzte Tipp ist von enormer Bedeutung für das Anti-Aging Programm Gehirn. Denn bisher galt: Was an grauen Zellen verloren gegangen ist, das ist für immer dahin. Studien an der Uniklinik Eppendorf/Hamburg haben aber ergeben, dass eben das Jonglieren, das ja eine perfekte Zusammenarbeit zwischen Bewegungsabläufen und Beobachtung braucht, die Masse der grauen Gehirnzellen vergrössert. Das wurde auch bei einer Probandengruppe im Alter von über 60 festgestellt. Das Fazit der Hirnforscher: Das Gehirn muss trainiert werden, bis ins hohe Alter - genau so wie ein Körpermuskel.
B. Hirnfit durch Bewegung
Damit wissen Sie, was für Ihr Gehirn auch noch nötig ist: Bewegung. Und zwar zwei Arten von Bewegung:
- Die regelmässige Dauerbelastung, die für eine bessere Durchblutung und damit für eine bessere Versorgung des Gehirns mit Nährstoffen und mit Sauerstoff sorgt.
- Das ganz spezielle Training von Sportarten, bei denen Konzentration und Bewegung gleichermassen wichtig sind. Das ist zum Beispiel beim Golfspiel der Fall, oder aber bei Balanceübungen in der Gymnastik.
Frauen und Männer über 65 sind weniger anfällig für Alzheimer als Altersgenossen, wenn sie dreimal wöchentlich mindestens 15 bis 30 Minuten Sport getrieben hatten. Dabei ist es offenbar wichtig, sich intensiv zu bewegen. In einer Studie wurde eine Gruppe von Walkern mit einer Gruppe verglichen, die einen Stretching-Kurs machte. Die Walker schnitten beim Lösen von Denkaufgaben deutlich besser ab.
Sehr gut sind auch Mannschaftssportarten wie Volleyball, Faustball, Fuss- oder Handball. Prof. Dr. Ernst Pöppel von der Uni München: " Hier wird vor allem das Arbeitsgedächtnis gefordert. " Diese Sportarten setzen schnelles Erkennen von Situationen und das Umsetzen in Reaktion voraus - ideales Hirntraining.
Ganz wichtig ist es auch, Abläufe voraus zu denken. So, wie Renn- oder Bobfahrer ihre Strecke vor dem Rennen im Kopf "abfahren", ihr Hirn sozusagen vorprogrammieren, so dass der Rennverlauf dann automatisch abläuft. Das können Sie vor Antritt jeder Reis machen, und sich so selbst schulen.
Tanz ist Bewegung und die wird bestimmt durch die Musik. Und das ist ein ganz wunderbares Anti aging-Programm fürs Gehirn. Hirnforscher Pöppel: "Es ist bekannt, dass Musik beide Hirnhälften aktiviert. Die rechte durch die Melodie, die linke durch den Rhythmus." Sie können also durch Singen, Musizieren und vor allem durch Tanzen Ihr Gehirn ganz wunderbar jung halten. Vor allem durch Tanzen: Denn da muss das Gehirn Melodie und Rhythmus in exakte Bewegungen umsetzen - das ist die beste Schulung.
C. Die richtige Nahrung für Ihr Gehirn
Es gibt dummes Essen und es gibt kluges Essen. Durch das dumme Essen machen wir unser Gehirn träge, es altert vor der Zeit, Denkprozesse verlangsamen sich. Kluges Essen dagegen fördert die Gehirntätigkeit. Interessant ist die Erkenntnis der Wissenschaft: "Am besten denken Sie, wenn Sie in leichtes Hungergefühl haben." Das hat der Volksmund immer schon gewusst. Dort heisst es: "Ein voller Bauch studiert nicht gern."
Im Grunde genommen ist es ganz einfach: Viel Obst, viel Gemüse, viele Vitamine und Ballaststoffe, mehr Fisch als Fleisch, so wenig Fett wie möglich und am Besten gar kein Zucker. Und da wir alle keine Schwerarbeiter oder Hochleistungssportler sind: so wenig Kohlenhydrate wie möglich. Einer der Hauptgründe sich leicht und fettarm zu ernähren: Um Fett und Schwerverdauliches zu verdauen brauchen unsere Verdauungsorgane viel Kraft, und das bedingt eine erhöhte Blutzufuhr. Dadurch lässt die Durchblutung des Gehirns nach, die Denkleistung sinkt ab, der Denkprozess verlangsamt sich.
Was Sie essen sollten
Beginnen wir mit den Fetten. Die sind verschrieen und man hängt ihnen alles Üble an. Zum Teil zu Recht. Was Sie meiden sollen:
Tierische Fette, wie Butter, Schmalz, reinen Speck, Talg etc. Aber da müssen Sie aufpassen, denn die verstecken sich in vielen Nahrungsmitteln. Also in Wurst (vor allem in Streichwurst), in Käse (Parmesan z.B.), in Schlagsahne, in fetter Milch. Greifen Sie lieber zu Pflanzenölen wie Olivenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Kürbiskernöl usw.
Essen gegen das Vergessen
Die richtige Ernährung des Gehirns ist einer der wichtigsten Bestandteile unseres Anti aging-Programms. Heutzutage heisst das "Brainfood" früher nannte man es vernünftiges Essen. Da ist zu erwähnen:
- Unser Gehirn braucht die ständige Zufuhr von Lecithin. Davon wird das Gehirn mit Cholin versorgt. Und daraus produziert das Gehirn selbst Acetylcholin, den wichtigsten Botenstoff fürs Denken. In interessanten Mengen ist Lecithin in Eiern und in Sojaprodukten enthalten, aber auch in Milchprodukten.
- Meeresfische wie Lachs, Makrele, Thunfisch und Hering fördern die Konzentration. Das ist auf die Omega-3-Fettsäuren zurückzuführen, welche diese Fische in besonders großen Mengen liefern.
- Unsere grauen Zellen brauchen Vitamin C. Es hält wach, fördert erfrischende und belebende Gedanken. Ideal: Vitamin C aus Äpfel, Erdbeeren, Zitrusfrüchten.
- Vier bis fünf Walnüsse am Tag. Sie liefern dem Gehirn wertvolle Fette und Spurenelemente.
- Weizenkeime sind reich an wertvollen Fettsäuren, an Vitamin E, Magnesium, Kalium und B-Vitaminen. Sie steigern die Konzentration.
Verheerend für die Denkleistung älterer Menschen ist das so genannte "Kaffee-Brötchen-Syndrom". Das kennen Sie vielleicht von Ihrer alten Tante oder Mutter: Ein trockenes Brötchen und eine Tasse Milchkaffee. Das ist bei vielen alten Menschen die tägliche Nahrung. Und zwar zu fast jeder Mahlzeit. Fragen wie "Warum isst Du kein Obst, kein Gemüse, kein Fleisch?", werden freundlich abgewehrt: "Ach, ich brauche doch nicht mehr." Da müssen Sie eingreifen, und zwar schnell.
Mit dieser einseitigen Ernährung schlittert die gute Frau nach und nach in einen katastrophalen Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen, Bioaktiv-Stoffen und Ballaststoffen. Jahrelang ist das nicht zu erkennen. Dann aber hat der Organismus auf Grund eines Nährstoffmangels keine Kraft mehr. Und die Oma oder die Tante wird dann eines Tages sehr, sehr krank.
Trinken so wichtig wie Essen
Ohne Flüssigkeitszufuhr sind wir nach etwa 5 bis 6 Tagen tot. Ohne Essen können wir wochenlang überleben. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass wir unserem Körper pro Tag etwa zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit zuführen. Sonst sieht unser Gehirn ganz schnell sehr alt aus - es trocknet schlicht ein. Da bedeutet Verlust an Konzentration, Orientierungsverlust, Halluzinationen, der Gehirnstoffwechsel versagt, die Versorgung mit Nährstoffen geht zurück - wir verdummen. Also trinken Sie dagegen an. Und nicht erst dann, wenn Sie Durst spüren, da ist bereits ein Mangelzustand eingetreten. Sie dürfen Durstgefühl gar nicht erst aufkommen lassen.
Noch ein besonders wichtiges Kapitel: So wie Alkoholmissbrauch äußerlich die Haut verwüstet, so verwüstet er auch das Gehirn. Jeder Vollrauch kostet Sie ein gutes Stück Denkvermögen. Das ist so, und Ausnahmen gibt es zwar - aber die sind sehr, sehr selten. Deshalb wäre Abstinenz das beste Anti-Aging-Programm für Ihr Gehirn. Aber wer schafft das schon?
Deshalb noch eine gute Nachricht für Ihre Lebensqualität: Alkoholgenuss in gemäßigter Form geht in Ordnung. In Studien wurde nachgewiesen, dass Menschen mit einem moderaten und gelegentlichen Alkoholkonsum bessere Gehirnleistungen erbrachten als Abstinenzler oder starke Trinker. Jetzt fragen Sie sich sicher: "Was ist denn moderat?" Das weiß die Wissenschaft: Für Männer 30 bis 50 Gramm reiner Alkohol, für Frauen 20 bis 40 Gramm. Das entspricht in etwa einem halben Liter bzw. einem Viertelliter Wein.
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