Rückenschmerzen selbst behandeln
Viele kennen das: Man erhebt sich aus einem Stuhl, auf dem man lange Zeit gesessen hat, und kann kaum aufstehen. Man fasst sich ins Kreuz, geht ein paar Schritte vorgebeugt. Sie sind wieder da: die stechenden, quälenden Rückenschmerzen – vom Gesäß bis zum Nacken. Manche spüren die Beschwerden den ganzen Rücken entlang. Andere wieder nur an Teilstücken der Wirbelsäule. Viele leiden an Rückenschmerzen, nachdem sie körperlich hart gearbeitet, Schweres getragen oder gehoben haben. Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit in Deutschland bei jung und alt.
Die Zahl ist erschreckend: Zwölf Millionen Deutsche leiden ständig an Rückenschmerzen sowie an Verspannungen. Dahinter stecken Verschleißerscheinungen, welche im Laufe des Lebens durch mangelnde Bewegung, einseitige Körperhaltung oder
viel Sitzen entstehen.
Die typischen Symptome
Was sind die typischen Symptome für Rückenschmerzen? Man ist oft verspannt, hat Schmerzen im Kreuz, im Nacken, in den Schultern und Armen. Sehr oft kann man nicht aufrecht gehen, leidet oft an einem Hexenschuss. Viele, die mit der Wirbelsäule
Probleme haben, suchen zuerst natürliche Wege, um wieder fit zu werden, denn Medikamente haben erhebliche Nebenwirkungen.
Bewegung ist hilfreich
Da steht natürlich an erster Stelle die Bewegung. Früher hat man den Fehler gemacht, hat sich bei Rückenschmerzen geschont und hingelegt. „Ganz falsch!“, sagen die Ärzte von heute. Bewegung, vor allem Gymnastik ist gefragt. Man kann mit ganz einfachen Übungen Rückenschmerzen oft rasch in den Griff bekommen. Hier einige Beispiele:
- Setzen Sie sich auf einen Stuhl, legen Sie Ihre Handflächen links und rechts neben sich auf die Sitzfläche. Zuerst fest die linke, dann die rechte Handfläche auf die Sitzfläche drücken.
- Nach dem langen Sitzen muss man die Wirbelsäule wieder stärken und entspannen. Aufrecht hinstellen, Arme hängen herab. Nun auf die Zehenspitzen stellen, das Kinn zur Brust, die Handflächen weit nach vorn drehen, die Finger spreizen. Tief einatmen. Bauch einziehen. Drei Sekunden so bleiben. Ausatmen, wieder zurück sinken, Handflächen wieder nach innen drehen. Die Übung muss mindestens dreimal wiederholt werden.
- Oder morgens nach dem Aufstehen: Es tut der Wirbelsäule gut, wenn Sie gleich neben dem Bett 30-mal auf den Zehenspitzen auf und ab wippen und dabei die Arme weit nach oben strecken.
- Sehr sinnvoll ist es auch, wenn Sie aufrecht stehen und die Schultern ganz hochziehen und dann wieder sinken lassen.
Am besten für eine bereits lädierte Wirbelsäule ist es, wenn spezielle Übungen unter der Aufsicht eines Therapeuten durchgeführt werden. Und genau das gibt es jetzt in Europas größtem Thermal-Kurort Bad Füssing: Ein Wirbelsäulen-Therapiepfad, auch Rücken-Parcours genannt. Der gesamte Parcours verteilt sich auf einer Fläche von mehr als 4.000 Quadratmetern und besteht aus vier Pavillons mit zahllosen Geräten, die jeweils einem Trainings-Schwerpunkt gewidmet sind. Da geht es um die Ausdauer, um die Kraft und Beweglichkeit der Wirbelsäule. Da geht es aber auch um die allgemeine Verbesserung der körperlichen Kondition. Insgesamt stehen dem Patienten mit Rückenproblemen 30 Trainings-Stationen zur Verfügung.
Diese Einrichtung hat drei große Ziele: Kurgäste mit Rückenbeschwerden sollen hier einen Super-Service für ihre Wirbelsäule durchführen können, und zwar unter fachlicher Anleitung. Gesunde und Patienten sollen hier die Möglichkeit für ein Herz-Kreislauf-Training nutzen können. Und schließlich sollen all jene, die Tag für Tag ihren Rücken strapazieren, aber noch gesund sind, präventiv ihre Wirbelsäule stärken und trainieren können. Dafür stehen ungewöhnliche, aber sehr nützliche Geräte zur Verfügung: Im „Hamsterrad“ marschiert man aufrecht in einem sich schwungvoll drehenden Rad. Man kann gar nicht anders: Man muss gerade gehen.
- Im „Vierfüßler“ lernt man , wie sich unser Freunde aus der Tierwelt auf vier Beinen bewegen.
- Beim Kugelspiel werden die bei den meisten geschwächten Rückenmuskeln neu aufgebaut.
- In der „Tretmühle“ gewöhnen wir uns wieder an das aufrechte Gehen mit geraden Schultern.
Es ist längst bekannt, dass speziell bei Wirbelsäulen-Problemen und den damit verbundenen Verspannungen die Wärme-Therapie die optimale Behandlungsform ist. Das wussten schon die Römer in der Antike und schufen zahllose Thermalbäder. Die Wärme macht in vielen Fällen Schmerz-Medikamente unnötig. Die Wärme spart so manche Wirbelsäulen- oder Bandscheiben-Operation, die – wie man weiß – nicht ganz unproblematisch sein können. In Bad Füssing hat man jetzt beides vereint: die Heilkraft des warmen Wassers und das Gesundheits-Training im Rücken-Parcours. Eine ideale Natur-Therapie für alle, die eine Behandlung des Rückens ohne Risiken anstreben. Und eine Möglichkeit für Gesunde, die Wirbelsäule stressfest und stark zu machen.
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