Reizblase: Harndrang beherrschen
Übrigens: Eine Reizblase ist keine Alterserscheinung, sondern eine Erkrankung, die in allen Altersgruppen vorkommt, bei Frauen häufiger als bei Männern. Wie viele Menschen darunter leiden weiß man nicht, denn sehr oft wird diese Krankheit aus Scham verschwiegen, es ist in unserer Gesellschaft eine "Tabu-Krankheit."
Die Reizblase ist eine Form der Inkontinenz. Im Gegensatz zu anderen Formen der Inkontinenz sind die genauen Ursachen, die zu einer Reizblase und damit zum plötzlichen Harndrang führen, unbekannt. Der Harndrang entsteht, wenn sich die Blasenmuskulatur verkrampft. Warum das geschieht kann verschiedene Ursachen haben: Die Nerven melden einen falschen Füllungsstand der Blase ans Gehirn, es handelt sich um ein falsch erlerntes Verhalten - das ist unklar. Organische Veränderungen hat man bei einer Reizblase bisher nicht entdeckt.
Die typische Reizblase tritt oft bei kalten Füßen, bei seelischem Stress, bei der Angst vor einem Einnässen, bei zu viel Kaffee, Alkohol oder Nikotin auf. Eine Harnwegsinfektion kann Beschwerden wie bei einer Reizblase erzeugen. Aber dann finden sich im Gegensatz zur Reizblase Keime im Urin. Sehr oft dieser häufige Harndrang so schlimm, dass für die Betroffenen eine Teilnahme am normalen gesellschaftlichen Leben kaum mehr möglich ist. Wobei die bei den häufigen Toilettengängen abgegebenen Urinmengen oft sehr klein sind. Manchmal verursacht beine Reizblase auch ein Brennen in den Harnwegen.
Wenn Sie an einer Reizblase leiden, müssen Sie den Auslöser des Harndrangs finden: Schreiben Sie auf, was Sie gegessen und getrunken haben und in welcher Situation Sie unbedingt zur Toilette müssen. Einen Vordruck finden Sie unter: www.kontinenz-gesellschaft.de/miktionstagebuch.pdf. Damit können Sie die Grundlage zu einer Psychotherapie legen.
- Lernen Sie, zu bestimmten Zeiten auf die Toilette zu gehen. Die Blase "lernt" diese Zeiten, die Sie nach und nach verlängern können.
- Machen Sie (in Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt) ein Kontinenztraining, das hilft, den Harndrang zu kontrollieren.
- Unterdrücken Sie den Harndrang für mehrere Minuten, bevor Sie zur Toilette müssen. Das erfordert Ihre ganze Konzentration. Verlangsamen Sie diese Zeitspanne langsam immer mehr.
- Machen Sie ein Training der Beckenbodenmuskulatur
Darüber hinaus gibt es in der Naturmedizin viele Kräuter und Rezepte, mit denen Sie einer Reizblase vorbeugen oder eine Therapie unterstützen können.
- Bei einer chronischen Reizblase sollten Sie jeden Abend einen Esslöffel Kürbiskerne essen.
- Machen Sie eine Kur mit Bärentraubenblättern (Tee oder Präparate, Apotheke).
- Es gibt auch das Blasen-Training, bei dem der Unterbauch in Abständen von 3 Stunden mit der Hand gestrichen und geklopft wird. Damit wird ein Reflex ausgelöst, der die Blasen-Entleerung einleitet. Das Blasen-Training muß unter ärztlicher Anleitung durchgeführt werden.
- Bei einer Reizblase ja nicht die Flüssigkeitszufuhr verringern. Im Gegenteil: Zweieinhalb Liter pro Tag sind das Minimum.
- Täglich eine Handvoll Cranberry-Früchte essen.
- Es gibt die Möglichkeit einer Akupunkturbehandlung bei Reizblase.
- Übergießen Sie je einen Teelöffel Schwarztee, Frauenmantel und drei Fäden echten Safran mit einer Tasse fast kochendem Wasser. Sieben Minuten ziehen lassen, durchseihen und abkühlen lassen, in kleinen Schlucken trinken. Zwei bis drei Tassen am Tag.
Die moderne Medizinforschung und die Naturmedizin bieten eine Fülle von Medikamenten und Rezepten, mit denen Sie dem Problem Reizblase sozusagen auf den Leib rücken können. Die nötigen Ratschläge können Sie sich in der Apotheke holen.
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