Medikamenten-Betrug: So schützen Sie sich
Gefälschte Medikamente aus der Apotheke - das ist wirklich eine üble Sache. Denn es geht zunehmend nicht nur um irgendwelche Potenzmittel oder Muskelaufbaupräparate, sondern auch um Schmerzmittel, Antibiotika und sogar Krebsmedikamente. So solle ein Braunschweiger Apotheker für 1.675 Millionen EURO solch von ihm verkauften Mittel zu Unrecht abgerechnet haben.
Die Sache geht so: Apotheker kaufen illegal auf dem grauen Markt im Ausland zu sehr günstigen Preisen Wirkstoffe, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Mit diesen Wirkstoffen mischen sie dann beispielsweise individuell auf Krebspatienten abgestimmte Lösungen. Diese werden dann zu regulären Prisen gegenüber den Kassen abgerechnet. "Hier haben wir zum ersten Mal erfahren, dass in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel von Apothekern abgegeben worden sind", sagte Frank Keller, Ermittler der Techniker Krankenkasse in Hamburg, dem NDR-Fernsehen.
In Deutschland soll es mittlerweile ganze Werkstätten geben, die solche Medikament herstellen und zum Teil übers Internet verkaufen. Die Zollbehörden fahnden inzwischen verstärkt nach solchen Wirkstoffen, die meistens per Luftpost oder über den Hamburger Hafen eingeführt werden.
Bei diesen selbstgebastelten Medikamenten kommt es oft vor, dass die Dosierungen nicht stimmen. Das ist besonders bei Antibiotika gefährlich: Bei Unterdosierung reicht die Wirkung des Präparates nicht aus und die Erreger können Mechanismen entwickeln, wie sie die Angriffe des Medikaments überleben können - sie werden resistent.
Fälschungen zu entdecken ist schwierig, Sicherheit kann nur der Labortest erbringen. Worauf Sie achten müssen:
- Sieht die Verpackung so aus, wie immer
- Zeigt das Medikament die erwünschte Wirkung
- Wird das Medikament aggressiv beworben oder wird das nötige Rezept nicht eingefordert
- Prüfen Sie, ob bei Internetangeboten auf der Webseite ein vollständiges Impressum angegeben ist und eine Telefonnummer für Rückfragen genannt wird
Mein Kommentar
Apotheker sind auch nur Menschen und schnell verdientes Geld verführt. Aber Apotheker haben eine besondere Verantwortung: Wohl in keinem anderen Berufsstand ist das Vertrauen zwischen Kunden und Verkäufer so gross wie im Verhältnis Patient zu Apotheker. Der Mann im weissen Kittel ist für viele - vor allem ältere Menschen - der Verkünder der absoluten Wahrheit: Was der sagt, wird genommen. Jetzt geht auch dieses Vertrauen den Bach runter und unter so manchem weissen Kittel entdeckt man ein schwarzes Schaf. Schade, sehr schade.
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