Hepatitis - es ist nicht immer Alkohol
Da tuschelt man grinsend hinter vorgehaltener Hand:„Na ja, wer immer einen über den Durst trinkt, der braucht sich nicht zu wundern." Damit ist dem nicht gedient. Wir müssen das Problem offen angehen und ich will Ihnen sagen, was Sache ist. Da geht es nämlich auch um ein psychologisches Problem: Viele Menschen erkennen die Symptome einer heraufziehenden Lebererkrankung schon, haben aber Angst, sich einem Arzt anzuvertrauen – denn der könnte ja eine Veränderung des Lebenswandels verlangen. Vor allem, was Essund Trinkgewohnheiten angeht. Ich denke, wir
sollten Leberkrankheiten enttabuisieren, deshalb will ich Ihnen die Angst davor nehmen.
1. Die Lebensgefährliche Hepatitis C
Das ist die gefürchtetste Lebererkrangung, weil sie tatsächlich lebensbedrohlich ist. Hier ist die Gefahr einer sexuellen Ansteckung im Gegensatz zur Hepatitis B eher gering. Zur Infektion kommt es meist durch direkten Blutkontakt, durch nicht kontrollierte Blutprodukte, Verletzungen, intravenösen Drogenmissbrauch, Piercing und Tätowierungen und mangelnde Hygiene bei chirurgischen Eingriffen, vorwiegend im Ausland. Bluttransfusionen bei uns sind ungefährlich: Seit 1998 werden alle Blutkonserven auf den Erreger von Hepatitis C getestet. Um Ihnen die Angst zu nehmen: Im allgemeinen sozialen Umgang besteht keine Gefahr, von einem Hepatitis-C-Kranken angesteckt zu werden. Händeschütteln, Küsschen sind kein Problem. Trotzdem werden viele dieser Kranken von der Gesellschaft ausgegerenzt. Die Folgeschäden von Hepatitis C sind enorm. Bei rund 30% der Erkrankten kommt es zu einer Leberzirrhose, vor allem dann, wenn auch Hepatitis B oder Alkoholmissbrauch vorliegen. Dann werden Giftstoffe aus Darm und Magen nicht mehr abgebaut. Aus einer chronischen Hepatitis C kann sich in vielen Fällen Leberkrebs entwickeln. Die Krankheit nimmt einen so schweren Verlauf, dass nur noch eine Lebertransplantation lebensrettend sein kann.
was ihnen hilft:
Nur eine medikamentöse Behandlung, strikter Diät und absoluter Alkoholverzicht. Große Erfolge in der Forschung machen es möglich, auch eine Hepatitis C zu heilen.
2. Leberzirrhose, Die tödliche Bedrohung
Hepatitiserkrankungen sind Leiden, über die man gar nicht gerne spricht. Was ist Hepatitis überhaupt? Der Namen leitet sich vom griechischen Hepar – die Leber – ab. Hepatitis heißt Leberentzündung. Hier die Hauptursachen:
- Diabetes mellitus und Übergewicht.
- Die Hepatitisviren A, B und C.
- Erkrankungen des Stofffwechsels oder des Immunsystems.
- Die schädliche Wirkung von Alkohol, Vergiftungen und Medikamenten.
- Ursachen, die bis heute vollkommen unbekannt sind.
Bei einer Leberentzündung werden Leberzellen zerstört. Die Leber kann sich zwar sehr gut regenerieren – aber irgendwann schafft sie es nicht mehr. Nach einer langjährigen Hepatitis kann der Schaden zur Leberzirrhose werden. Das bedeutet eine tödliche Bedrohung. Chronische Lebererkrankungen schränken lebenswichtige Funktionen wie Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem sehr stark ein.
Was ihnen hilft:
Sie müssen unbedingt den Alkoholkonsum reduzieren. Denn dieser Schadstoff kann die Leber überlasten. Ebenfalls belastend ist sehr üppiges und sehr fettes Essen. Sie müssen viel Wasser trinken, um Giftstoffe schneller auszuschwemmen. Lebensmittel,
vor allem Obst und Gemüse, das roh gegessen werden soll, unbedingt gründlich reinigen. An vielen Lebensmitteln haften Pestizide.
3. Hepatitis B ist ansteckend, aber heilbar
Heute fange ich an, Ihnen die bekanntesten durch Viren ausgelösten Leberentzündungen vorzustellen. Es sind Hepatitis A, B und C. Hepatitis A ist eine Reisekrankheit, die vor allem durch verunreinigte Nahrungsmittel und Schmierinfektionen übertragen wird. Sie gilt als die harmloseste Form der Virushepatitis, weil sie auch von selbst ausheilen kann. Problematisch kann sie für alte Menschen, für chronisch Kranke und für Menschen mit einem schwachen Immunsystem werden.
Hepatitis B ist ansteckend und kann über alle Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Tränen, Sperma und Vaginalsekret übertagen werden. Also können Sexualkontakte, Piercing, verschmutzte Spritzen, infiziertes Blut zur Ansteckung führen. Bei Erwachsenen heilt diese Form der Hepatitis zu 98 Prozent aus, 2 Prozent werden chronisch.
Was ihnen hilft:
Lassen Sie sich unbedingt impfen. Vermeiden Sie im Ausland ungeschützten Sexualverkehr. Achten Sie auf äußerste Sauberkeit, wenn Sie sich piercen oder tätowieren lassen. Sollten Sie in afrikanischen, südamerikanischen oder asiatischen Urlaubsgebieten eine Bluttransfusion benötigt haben, dann lassen Sie sich sofort nach der Rückkehr gründlich durchchecken. Ein hohes Entgiftungspotential bietet Brottrunk aus dem Reformhaus oder der Drogerie mit seinen Brotsäurebakterien. Sie trinken dann über einen längeren Zeitraum anfangs jeden Tag eine ganze Flasche, später 1/4 Liter. Milchsäurebakterien aber auch Mineralstoffe und Bioflavanoide im Brottrunk spielen eine wichtige Rolle bei der Entgiftung der Leber. Auf jeden Fall müssen Sie in ärztliche Behandlung.
4. Das hilft ihnen bei Hepatits C
Aus meiner Korrespondenz weiß ich, dass gerade die ziemlich unbekannte Hepatitis C ein wahres Schreckgespenst ist. Ich will Ihnen deshalb etwas ausführlicher erklären, was und wie man bei
Hepatitis C hilft.
Hepatitis C muss rechtzeitig erkannt werden, das ist lebenswichtig. Daher sollte jeder, der ständig müde ist und sich nicht leistungsfähig fühlt, sofort zum Arzt gehen. Bei erhöhten Leberwerten sollte rasch auf Hepatitis-C-Antikörper untersucht werden. Bei etwa 63 Prozent der Erkrankten kann durch Medikamente das Hepatitis-C-Virus dauerhaft beseitigt werden. Früher behandelte man ausschließlich mit Interferon alpha. Es musste dreimal in der Woche injiziert werden. Nebenwirkung und mangelhafte Eigenbehandlung stellten den Erfolg der Behandlung immer wieder in Frage. Inzwischen hat man Interferon alpha weiterentwickelt, es genügt eine Injektion pro Woche. Und es hat einen Helfer bekommen: Den Virenhemmer Ribaverin. In dieser Kombination sind auch die gefürchteten Nebenwirkungen geringer. Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, Gewichtsverlust und ständige Müdigkeit treten kaum noch auf.
Die schnelle Diagnose und die konsequente medizinische Behandlung hilft. Mit der neuen Kombimethode haben Patienten eine 50- bis 90-%ige Chance, die Viren für immer los zu werden. Alternative Naturtherapien mit Süßholzextrakt und Silymarin aus der Mariendistel sind sehr umstritten, es liegen noch zu wenig Studien vor. Aus den USA höre ich, dass regelmäßige Einnahme von Naturlecithin aus der Sojabohne die Lebensqualität von Hepatitis-C-Kranken entscheidend verbessern kann. So könnte auch die Naturmedizin helfen.
5. Das Jogging für die Leber
Wie jedes Organ kann man die Leber auch trainieren. Der österreichische Arzt Dr. Ulf Böhmig hat nach umfangreichen Studien den Begriff „Leberjogging“ geprägt. Dazu gehört auch der Einsatz bestimmter Lebensmittel für die Leber: Rote-Beete-Saft. Magerjoghurt, einen Tag altes Vollkornbrot, Gurken, Karotten, Sellerie, Radieschen, Scholle, Holundersaft und Gemüsebrühe. Zu viel Fett ist absolut schädlich für die Leber – aber ganz ohne geht es eben auch nicht. Wenn Fett total gemieden wird, dannkönnen Leberzellen krank werden undabsterben. Sie brauchen Lecithin und daraus das Cholin. Und das kann z. B. aus Butter abbauen. Sie können Ihre Leber auch vor jedem Essen ganz einfach aktivieren: Verschränken Sie die Hände und reiben Sie die Handballen zehn- bis zwanzig-mal kräftig gegeneinander: Das mobilisiert die Kraftlinien der Leber. Die größten Feinde der Leber sind – nach dem Alkohol – Umweltschadstoffe in zu großen Mengen, Viren, Bakterien, Parasiten und bestimmte Medikamente.
Sehr wichtig:Schon geringe Mengen Schimmelpilz von Lebensmitteln belasten die Leber enorm. Wichtig zu wissen: Eine Hepatitisimpfung, die heute als Kombination gegen Hepatitis A und B angeboten wird, ist enorm wichtig, weil auch diese Hepatitisformen unbehandelt zum Tod oder zu einem Krebsleiden führen können. Es gehört international zum Impfplan, dass bereits Kinder geimpft werden. Tröstlich ist auch zu wissen, dass die Transplantationstechniken heute schon sehr gut fortgeschritten sind. Aber das ist der wirklich letzte Ausweg.
6. Geben sie der Leber eine Ruhepause
Wir kommen nun zu einem Knackpunkt:
Lassen Sie uns mal ganz offen über das Thema "Leber und Alkohol“ reden. Das Beste für Ihre Leber wäre sicherlich der absolute Alkoholverzicht. Aber - wer schafft das schon, es sei denn es geht um Leben und Tod. Mein Rat: Gehen Sie mit Alkohol vernünftig um. Meiden Sie harte Schnäpse, die sie schnell und in großen Mengen trinken. Gehen Sie über auf Wein oder Bier. Da verträgt die Leber auch größere Mengen (zwei Schoppen Wein oder einen Liter Bier pro Tag, je nach Konstitution und Körpergewicht). Und die lassen sich leichter reduzieren, als wenn Sie von vier oder fünf Schnäpsen auf zwei oder drei runterschalten. Ganz wichtig aber ist: Sprechen Sie mit Ihren Freunden und Bekannten. Sagen Sie: „Ich muss auf meine Leber achten und meinen Alkoholkonsum reduzieren.“ Man wird das verstehen und Sie nicht mehr animieren.
Bedenken Sie auch: Die Leber eines Mannes verträgt pro Tag ca.50 g reinen Alkohol ohne Schaden, die einer Frau aber nur 21 g. Wenn Sie täglich Alkohol konsumieren – auch wenn es nur wenig ist - müssen Sie der Leber unbedingt immer wieder eine Pause gönnen. Trinken Sie einfach ein bis zwei Wochen keinen Tropfen. In dieser Zeit kann sich die Leber sehr gut regenerieren. Gut ist es auch, wenn Sie die Leber durch den Genuss von Artischocken unterstützen. Deren Inhaltsstoffe regen über die Leber den Gallenfluss an, die Leber wird entlastet. Noch ein Tipp: Zweimal am Tag für ca. 1/2 Stunde flach hinlegen. Da wird die Leber gut durchblutet, Schadstoffe werden ausgeschwemmt.
7. Noch mehr Tipps für ihre Leber
Natürlich gibt es noch viel mehr Tipps für die Gesunderhaltung Ihrer Leber. Ich werde Ihnen weitere nennen:
- Der Inhaltsstoff Silymarin der Mariendistel schützt die Leberzellen und beschleunigt ihre Regeneration. Gibt es als Tee aus Samen und dem Kraut der Pflanze.
- Cynarin und Cynaridinaus der Artischocke schützen die Leberzellen und helfen bei der Regeneration. Gibt es als Kapseln oder als Artischockensaft in Apotheke, Drogerie oder Reformhaus.
- Stutenmilch wird ebenfalls zur Stärkung der Leber eingesetzt. Gibt es tiefgefroren, als Pulver, als Konzentrat und andere Präparate in der Apotheke oder im Reformhaus.
- Löwenzahntee unterstützt die Leber bei der Blutreinigung. Ideales Getränk für Hepatitiskranke.
- Salbei, Schöllkraut oder Gelbwurz fördern durch ihre Bitterstoffe den Gallenfluss in den Darm. Sie sorgen dafür, dass sich die Gallenblase besser entleert.
- Es ist sinnvoll, nach Rücksprache mit dem Arzt mehrere Naturheilmittel miteinander zu kombinieren.
- Heublumenwickel auf den Oberbauch legen. Über die Hautporen werden Gifte ausgeschieden.Ideal in Kombination mit Mariendisteltee.
- Akupressur zum Anregen der Leber: Finger ineinander verzahnen, Handballen aneinander reiben, bis sie sehr warm werden.
- Mehrmals am Tag richtig kräftig durchatmen. Mindestens 20 Atemzüge. Sauerstoff aktiviert die Leber und fördert den Entgiftungsprozess.
Die Leber sondert mit der Galle Stoffwechselschlacken über den Darm ab. Sie entgiftet und scheidet Rückstände von Medikamenten, Konservierungsstoffen aus Nahrungsmitteln und Umweltgifte, die in unseren Organismus gelangt sind, aus. Beim Umbau von Eiweiß im Darm entsteht schädliches Ammoniak. Die Leber wandelt Ammoniak um, er wird über die Nieren ausgeschieden.
Mehr Tipps unter Hausmittel Leberentzündung.
8. Symptome für eine Leberkrankheit
Bei folgenden Symptomen sollten Sie auf eine Lebererkrankung schließen: Ständige Müdigkeit, Druckgefühl im rechten Oberbauch, Juckreiz, lehmfarbener Stuhl und brauner Harn, Appetitlosigkeit, Ekel gegen Fleisch, Übelkeit, Erbrechen, Blähbauch, häufiges Nasenbluten, ein Rückgang der Körperbehaarung beim Mann.
Typisch sind auch: Gelbfärbung von Haut und Augen, Gelenk- und Muskelschmerzen. Wenn solche Symptome auftauchen, sollten Sie Ihre Leber untersuchen und die Leber werte feststellen lassen. Noch etwas um Alkohol: Bei „Leberentzündung“ denken viele Menschen gleich: „Aha, Alkoholmissbrauch, die typische Säuferleber.“ Das ist ungerecht. Alkohol ist bei weitem nicht die einzige und auch nicht die häufigste Ursache für eine Leberkrankheit. Aber er ist ein Wegbereiter für viele Erkrankungen der Leber, und kann – bei Alkoholmissbrauch über eine längere Zeit – sehr wohl die Leber zerstören.
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