Fasten, aber gesund
Was ist Fasten?
Fasten ist nicht, wie viele glauben, Hungern. Fasten heißt: Man nimmt einige Zeit keine feste Nahrung, sondern ausschließlich flüssige Nahrung zu sich. Während unser Körper im normalen Alltag hauptsächlich auf Aufnehmen von Nähr- und Vitalstoffen eingestellt ist, so ist der Haupt-Mechanismus beim Fasten das Ausleiten, das Abgeben. Gifte und andere Schadstoffe, die von außen in den Organismus gelangt sind, aber auch körpereigener Stoffwechsel-Müll sollen abgebaut werden.
Warum fasten wir?
Fasten hat eine lange Geschichte.
In allen großen Religionen wird das Fasten als Weg zur inneren Ordnung empfohlen: bei Jesus, Moses, Buddha und Mohammed. Die Geschichte berichtet, daß all diese Persönlichkeiten beim Fasten ihre Erkenntnisse und Lebensordnungen gefunden haben. Seit damals gilt das Fasten als wichtiges Instrument für die innere Reinigung von Körper, Geist und Seele.
Heute ist es eine ideale Möglichkeit, aus dem Stress auszusteigen, wieder klare Gedanken fassen zu können und viele Sünden der Ernährung ein wenig zu entschärfen. Für viele ist Fasten ein sehr guter Weg, sich vor dem Burn out Syndrom zu schützen.
Die Formen des Fastens
- Da ist das sogenannte Heilfasten, das ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht in einem Kurzentrum durchgeführt werden darf. Es dauert 3 Wochen, benötigt aber noch eine Woche Aufbau-Diät, damit der Körper danach wieder in den Alltag zurückfinden kann.
- Es gibt das Fasten für eine Woche oder für ein Wochenende.
- Dann gibt es das Tagesfasten: Man nimmt sich vor, einen Tag in der Woche nur flüssige Nahrung zu sich zu nehmen.
- Es gibt dann noch das Wochenend- Fasten.
- Oder aber man nimmt sich vor, einige Zeit auf tägliche Sünden des Lebens zu verzichten; aufs Rauchen, auf zuviel Alkohol, auf zu viel Fett oder auf Fleisch oder auf Süßes. Wenn man das schafft, kann das ein unbeschreibliches Glücksgefühl und einen berechtigten Stolz auslösen.
- Auch das Dinner Cancelling ist eine Form des Fastens. Man nimmt sich vor, einige Zeit das Abendessen ausfallen zu lassen und nach 17 Uhr nur noch ungesüßten Kräutertee zu trinken.
Generell muß man sagen: Fasten eignet sich nicht für jeden. Im Gegenteil: Die Gruppe, die unbesorgt ein Fastenprogramm durchziehen möchte, ist gar nicht so groß. Man muß nämlich kerngesund sein, wenn man fasten will. Außer beim Verzichten auf die oben angeführten Sünden. Das kann, ja das sollte sogar jeder überdenken.
Wer nicht fasten darf!
Es gibt eine Gruppe von Menschen, die absolut nicht fürs Fasten geeignet sind, die sich sogar damit sehr schaden können: Herz-Patienten, Patienten mit Bluthochdruck, nervlich erschöpfte Frauen und Männer, extrem schlanke Menschen, depressive Personen, all jene, die sich in ständiger Unruhe befinden, weiters Diabetiker, schwangere Frauen, stillende Mütter, Kinder und ältere Menschen mit chronischen Leiden. Man sieht: Die Gruppe all derer, die nicht fasten dürfen, ist recht groß.
Es wird immer wieder gefragt: "Wie läßt sich Fasten mit der Berufstätigkeit oder einer nicht mitfastenden Familie vereinbaren?"
Da muß sagen: Das läßt sich sehr schlecht vereinbaren. Wer konsequent fastet, sollte zu dieser Zeit nicht dem Beruf nachgehen, sollte sich Urlaub nehmen. Mehr noch: Man sollte in dieser Zeit auf Radio und Fernsehen verzichten. Man sollte ein Buch lesen, spazierengehen, Wannenbäder nehmen, ruhen. Und man sollte jeglichen Stress fernhalten. Wenn in der Familie nur einer fastet, muß er damit rechnen, daß er in dieser Zeit ein Außenseiter ist. Am besten, er zieht sich zurück oder er macht eine Fastenkur in einem Wellness- oder Kur-Zentrum, weitab vom Partner oder von der Familie.
Die Nebenwirkungen des Fastens
Ja, und darüber muß man reden: Man sollte natürlich beim Fasten mit einer Reihe von Nebenwirkungen rechnen:
- Der Körpergeruch wird stärker.
- Der Schweiß riecht intensiv und scharf. Man muß also öfter duschen.
- Man hat meist auch starken Mundgeruch, fast immer verbunden mit einem dicken Zungenbelag. Man muß demnach regelmäßig mit Salbeitee oder Aloe vera Saft gurgeln und die Zunge mit einer neuen Zahnbürste abbürsten. Man sollte also nicht jene Bürste verwenden, die man sonst fürs Zähneputzen einsetzt.
- Die Nase rinnt, als ob man einen starken Schnupfen hätte.
- Man friert und ist müde. Da braucht man unterwegs warme Kleidung, zuhause eine dicke Decke oder eine Wärmflasche.
- Der Harn ist dunkel gefärbt, riecht stark.
- Bei Frauen kann die monatliche Periode verzögert auftreten.
- Man ist anfangs geistig etwas blockiert. Daher sollte man während des Fastens nicht Autofahren.
- Mitunter treten Schlafprobleme auf. Man ist Stimmungsschwankungen ausgesetzt.
- Geruchs- und Geschmacksinn sind extrem ausgeprägt. Salzgeschmack im Essen und Zigarettenrauch in den Atemwegen- selbst aus dem Nebenraum - werden als störend empfunden.
Was bewirkt das Fasten?
Der Darm wird gereinigt. Die Verdauung funktioniert wieder optimal. Nieren und Harnwege werden durchgespült. Stoffwechselmüll, der im eigenen Stoffwechselgeschehen entsteht, wird abtrabsportiert. Ebenso werden Schadstoffe ausgespült. Man kann nach dem Fasten wieder klarer denken, produziert im Gehirn wieder mehr Glückshormone, fühlt sich daher wohl. Die Haut wird glatter und besser duchblutet, bekommt ein jugendlicheres Aussehen. Viele Frauen leiden nach dem Fasten nicht mehr an kalten Füßen, weil die Durchblutung verbessert wird. Das Immunsystem wird gestärkt. Man fühlt sich jünger, vitaler. Das ist auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen, welche einen regenerierenden Einfluß auf die inneren Ogane haben.
Beim Fasten verboten
Folgende Maßnahmen und Genußmittel sind beim Fasten verboten:
- Die Einnahme von Abführmitteln
- Alkohol, starker Bohnenkaffee und Schwarztee
- Süßigkeiten.
Wer darauf nicht verzichten will, sollte erst gar nicht fasten. Das hat keinen Sinn.
Und damit man die Fastentage besser durchhält, empfehlen sich Getränke lauwarme Tees: Johanniskraut-Tee, Mate-Tee oder Hopfenblüten-Tee.
Bild: © H-J Paulsen - Fotolia.com
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