Dicke Beine: So funktioniert die Venenpumpe
Seitdem dürfte der Anteil an der Bevölkerung noch weiter gestiegen sein. An leichten Beschwerden leiden vermutlich sogar über 30 Millionen Deutsche.
Aber gehen wir einmal dem Ganzen auf den Grund. Wie funktioniert eigentlich der Kreis- lauf, warum sind gerade unsere Venen so anfällig? Sie wissen sicherlich, dass unser Kör- per über zwei verschiedene Adernsysteme verfügt: das Arteriensystem und das Venen-
system. Die Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut zu den Organen und Muskeln. Dort werden der Sauerstoff und die Nährstoffe aus dem Blut verbraucht. Und die Venen transportieren das „verbrauchte Blut“ wieder zurück zum Herzen. Nun muss man mit einem verbreiteten Irrtum aufräumen: Wer in der Jugend lange, schöne und sportliche Beine hat, so heißt es oft, der bekommt später keine Venenbeschwerden.
Falsch! Denn je länger ein Bein ist, desto schwieriger wird es für den Kreislauf, das „ver-brauchte“ Blut wieder zurück zu Herz und Lunge zu pumpen. Rund 4500 Liter Blut fließen durch die Venen häufig entgegen der Schwerkraft nach oben. Dass das überhaupt so gut gelingt, das liegt an zwei kleinen Tricks, die sich unser Körper einfallen lassen hat: Die Venen weisen Venenklappen auf, die wie ein Ventil funktionieren. Saugt das Herz Blut an, fliesst das Blut durch die Klappen hindurch. Wenn das Blut jedoch zurückfließen will, dann verschließen sich diese Klappen.
Gleichzeitig verfügt der Körper über eine „Hilfspumpe“ für das Herz: die so genannte Venen-Muskel-Pumpe. Vor allem die Wadenmuskeln werden in ihrem Inneren von
Venen durchzogen. Bewegen sich nun die Wadenmuskeln, wird das Blut durch die Venen zurück zum Herzen gedrückt. Und die Venenklappen sorgen erneut dafür, dass das Blut nicht zurückfließen kann. Es leuchtet ein, dass diese Hilfe ausscheidet, wenn wir länger sitzen oder stillstehen, und dass es zu einem Blutstau kommt, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren. Das verbrauchte Blut fließt nicht ab, doch weiteres
dringt nach. Das erhöhte Blutvolumen übt nun mehr Druck auf die Venenwände aus.
Sind diese jedoch geschwächt, können sie dem steigenden Druck nicht standhalten und
werden gedehnt. Jetzt beginnt ein Teufelskreislauf: Der gestiegene Durchmesser der Gefäße hindert die Venenklappen daran, richtig zu schließen. Bereits an den Klappen vorbeigepumptes Blut fließt nun teilweise wieder zurück und verstärkt den Blutrückstau in den Beinen. Auf die Venenwände wird so noch mehr Druck ausgeübt.
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