Basen und Säuren: Nur die Balance ist gesund
Es kommt im Alltag immer wieder vor, dass wir uns ärgern, kränken oder missverstanden fühlen. Und dann sagen wir mitunter: " Ich bin sauer!" Glauben Sie mir: In dieser Situation sind Sie - biochemisch gesehen - tatsächlich sauer. Und darum fühlen Sie sich auch so elend. Der bedeutendste Grundstock für Krankheiten und Beschwerden ist die Übersäuerung des Organismus. Um das zu verstehen, muss man aber umfassend über die Säure-Basen-Balance informiert sein. Nur dann kann man sich vor vielen Leiden und Unpässlichkeiten schützen.
Übersäuerung macht alt
Im Körper eines gesunden Menschen sollten immer 20 Prozent Säuren und 80 Prozent Basen vorhanden sein. Dieses Verhältnis ist deshalb so wichtig, weil die Säuren nur mit Hilfe der Basen abgebaut werden. Das Problem unserer Zeit liegt darin, dass die meisten Menschen umgekehrt 70 Prozent Säuren und nur 30 Prozent basische Elemente im Organismus haben. Dieses Verhältnis aber ist fatal. Es handelt sich um eine Übersäuerung, die jede einzelne Zelle des Körpers belastet, weil die Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff blockiert wird. Daher fördert die Übersäuerung auch das frühzeitige Altwerden.
Säuren die Sie schädigen
Sie benötigen Säuren, aber nicht in zu großen Mengen. Zu einem gesunden Leben gehören zum Beispiel die Magensäure und die Gallensäure. Doch das zu viel an Säuren ergibt sich aus Ihrem Lebensstil:
- Die Harnsäure liefern Fleisch, Hülsenfrüchte. Sie entsteht auch beim Zellverfall.
- Mit gepökeltem Fleisch nehmen wir die Salpetersäure auf.
- Die Schwefelsäure liefert das Schweinefleisch. Sie entsteht aber auch bei heftigen Darmwinden.
- Mit Cola-Getränken, Milchprodukten und Käse tanken wir Phosphorsäure.
- Die Oxalsäure bringen uns Rhabarber, Spinat, Kakao und Grapefruit.
- Essigsäure gelangt mit Süßigkeiten in unseren Körper.
- Kaffe und Schwarztee liefern Gerbsäure.
- Von den Schmerzmitteln kriegen wir Acetylsalizylsäure.
- Die Milchsäure entsteht in unseren Muskeln bei körperlicher Überanstrengung.
Saures und basisches Essen
Was Ihre Ernährung betrifft, da sollten Sie immer eine Faustregel vor Augen haben: Die Basen liefern der Obst- und Gemüse-Händler, die Säuren liefern der Fleischermeister, der Zuckernbäcker und der Stress.
Wichtig ist natürlich auch, dass Sie wissen, welche Nahrungsmittel ein saures Milieu und welche ein basisches Milieu schaffen:
- Basen liefern: Pellkartoffel, Mandeln, Obst, Dörrobst, rohe Milch, Sahne, stilles Mineralwasser ohne Kohlensäure, Wurzel- und Blatt-Gemüse, Gemüsebrühe sowie alle Gewürzkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Oregano, Thymian, Dille, Kümmel, Pfeffer, Paprika und Galgant.
- Säuren liefern: Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, Wild, Eier als Ganzes, denn das Eigelb ist basisch, Käse, besonders Schmelzkäse, Quark, Fleischbrühe, Fleisch und Innereien, hochprozentiger Alkohol, Milchprodukte, Obst und Gemüse aus Konserven.
- Es gibt aber auch Nahrungsmittel, die zwar keine Säuren enthalten, die jedoch bei der Verarbeitung im Stoffwechsel die Säurenbildung fördern. Dazu gehören Zucker, Bohnenkaffee, zuckerhaltige Limonaden und alkoholhaltige Getränke.
- Doch außer Nahrungsmittel gibt es noch andere Faktoren, die Sie sauer machen. Nämlich: Medikamente, Streß, Nikotin, Ärger, Depressionen, zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, aber auch übertriebener Sport.
- Und dann gibt es neutrale Nahrungsmittel, die in sich ein gesundes Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen aufweisen. Das sind Leitungswasser, Butter, Tofu, Schafmilch, Kokosmilch, Preiselbeeren, naturbelassene Pflanzenöle wie Olivenöl, Distelöl, Rapsöl, Vollkorn-Getreide, Honig.
Übersäuerung macht Sie krank
Wie merken Sie nun, daß Sie übersäuert sind? Da gibt es deutliche, typische Symptome: Sie haben häufig Sodbrennen, leiden unter ständiger Antriebsschwäche, haben oft eine depressive Stimmung und sind besonders schmerzempfindlich. Es treten oft Ischias-Schmerzen oder Gelenk-Beschwerden auf. Sie sind sehr infektionsanfällig, ermüden schnell und haben oft in sich ein Kältegefühl, auch wenn warme Temperaturen herrschen. Die Haut ist extrem trocken, die Zähne sind empfindlich, Karies und Zahnverfall sind deutlich zu erkennen. Sie leiden öfter unter Muskelkrämpfen, haben schlechten Atem und leiden unter weichen, brüchigen Nägeln.
Wer nicht rechtzeitig etwas gegen seine Übersäuerung unternimmt, der muß mit dem Entstehen bestimmter Krankheiten rechnen. Dazu gehören Neurodermitis, Pilzerkrankungen, Darmprobleme, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gefäßstörungen, Immunschwäche, Zahnschäden, Magenleiden, Nervenerkrankungen, Kopfschmerzen und Migräne sowie Osteoporose.
Therapien wirken nicht
Die Übersäuerung hat aber noch weitere Nachteile. Viele mediznische Therapien wirken nicht, wenn das Säuren-Basen-Gleichgewicht aus der Harmonie geraten ist. Die Homöopathie, die Akupunktur sowie die Akupressur, aber auch die Magnetfed-Therapie bringen keinen Erfolg, wenn eine Übersäuerung vorliegt, weil in diesem Milieu das Körpergewebe nicht regenerationsfähig ist.
Sie können messen, ob Sie übersäuert sind oder nicht. Besorgen Sie sich in der Apotheke Teststreifen zur Feststellung des Säure-Basen- Haushaltes. Essen Sie abends nicht, sammeln Sie am Morgen im Mund Speichel, tauchen einen Teststreifen ein und warten einige Zeit. Der Testreifen nimmt ein bestimmte Farbe an. Und an Hand einer Farbskala können Sie dann erkennen, ob und welchem Maße Sie übersäuert sind.
Das müssen Sie gegen die Übersäuerung tun
Was können Sie nun bei einer Übersäuerung wirklich tun? Das Programm, das dafür notwendig wird, ist einfacher als Sie denken:
- Sie sollten gezielt die basenbildenden Nahrungsmittel sowie die neutralen in den Speiseplan einbauen und sollten die säurebildenden meiden.
- Fürs erste - sozusagen als Feuerwehr - macht es Sinn, einige Zeit ein sogenanntes Basenpulver aus der Apotheke oder aus dem Reformhaus einzunehmen. Man führt dabei basische Mineralstoffe zu, welche in Kombination die Säuren abbauen: Magnesium, Kalium, Calcium, Natrium. Diese Mikronährstoffe müssen allerdings in einem ganz speziellen Verhältnis aufeinander abgestimmt sein.
- Ebenso wichtig ist es: Ärger,Streß und Situationen zu meiden, die zu Kränkungen führen können.
Entsäuerung besiegt Krankheiten
Sehr oft passiert es, daß jemand nach einer Entsäuerungs-Therapie bestimmte gesundheitliche Störungen besiegen oder zumindest massiv reduzieren kann. Das zeigt sich oft bei Kopfschmerz und Migräne, bei Leber-, Galle-und Darmstörungen, bei Sodbrennen, einem Reizmagen, bei rheumatischen Beschwerden, bei Gicht, bei Herz-Kreislaufstörungen, bei zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck, bei Depressionen, beim Burn out Syndrom und Störungen des vegetativen Nervensystems.
Das alles beweist: Übersäuerung gefährdet die Gesundheit. Ein basisches Milieu schafft die Gefahr aus der Welt.
Mein Kommentar
Gesund leben - das könnte so einfach sein. Wir müssten einfach nur bei unserer Ernährung beginnen. Wir wissen genau, was für uns gut, und was für uns schädlich ist. Aber wir sind schwach, wir erliegen der Verlockung, lieber noch ein Bier zum Nackensteak, eine gute Tasse Kaffee zur Nachmittagstorte. Nach einigen Jahrzehnten grundsätzlicher Missachtung rächt sich der Körper: Wir bekommen alle möglichen Krankheiten, unsere Abwehrsysteme brechen zusammen. Nach vielen Jahren Beschäftigung mit diesen Themen bin ich zu der Überzeugung gelangt: Die wirkliche Schwachstelle in unserem menschlichen Gesundheitssystem ist unsere schwache Willenskraft. Wir lassen uns zu leicht verführen.
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